| Das E-Book kommt |
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| Donnerstag, 19 März 2009 | |
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Auch wenn auf der Leipziger Buchmesse vergangene Woche noch die gedruckten Bücher im Vordergrund standen: Das Elektronische Buch kommt. Mit großen Aktionen versuchen Buchhandel und der Gerätehersteller Sony in den Verkauf der so genannen E-Books und der dazugehörigen Lesegeräte anzukurbeln. Für das Kulturradio MDR Figaro (gesendet am 9. März 2009) habe ich im neuen Sony-Reader "geblättert".
Übrigens: Die Deutsche Welle fand den Beitrag offenbar so weltbewegend, dass sie ihn gleich ins Türkische übersetzt hat. Ein bisschen wirkt der Sony Reader schon, als sei er aus dem Raumschiff Enterprise direkt in die Gegenwart gebeamt worden: Ein kleiner Flachbildschirm in einem Alu-Gehäuse im Westentaschenformat, an der Seite sieht man noch ein paar Tasten zum Umblättern und das ist dann auch fast schon alles. Das Ganze so dick wie eine Tafel Schokolade und auch kaum schwerer. Ganz neu ist die Sache mit den elektronischen Büchern freilich nicht, sagt Achim Barczok vom Computermagazin 'ct. "In Deutschland gab es sowohl schon E-Books also die Bücher, auch die Lesegeräte schon vor dem Sony Reader. Allerdings fehlten einfach noch die Bestseller. Also es waren eher so Nischenprodukte. Science Fiction, wissenschaftliche Aufsätze. Aber die Bestseller der großen deutschen Verlage, die fehlten einfach noch." Doch auch die Technik hat seit den ersten Lesegeräten vor zehn Jahren große Fortschritte gemacht. So arbeitet der Sony Reader mit der so genannten "elektronischen Tinte" oder "E-Ink". E-Ink-Bildschirme lassen sich erheblich besser lesen herkömmliche Displays, wie man sie beispielsweise aus Computermonitoren und Handys kennt. Außerdem arbeiten sie besonders stromsparend. "Die Laufzeit von den E-Book-Readern wird interessanterweise in Seitenumschlägen angegeben, weil die Geräte eben nur noch beim Seitenumschlag Strom verbrauchen. Und da gibt Sony 7000 Seiten-Umschäge an. Das heißt, man kann sechs, sieben Romane damit locker lesen, ohne dass man den aufladen muss." Der eingebaute Speicher reicht für rund 60 Bücher. Mit einer Erweiterungskarte für 20 EUR ist Platz für tausende mehr. Foto: Libri "Ich nehme normalerweise, wenn ich in Urlaub fahre, nehme ich für jeden Urlaubstag ein Buch mit. Und das sind dann schon mal vierzehn, dann sagt meine Frau noch: Ich brauch noch ein paar, da ist der halbe Koffer voll. Ich werde mir die für den Urlaub künftig sicher auf das E-Book laden. Als Kunde wird man je nach Anlass sagen: Heute brauche ich das gedruckte Buch. Heute brauche ich vielleicht ein Hörbuch um es auf der Fahrt zu lesen, oder ich muss es eben tragbar auf meinem E-Book-Reader bei mir haben." Auch Buchwissenschaftler wie Thomas Keiderling von der Universität Leipzig bezweifeln, dass elektronische Bücher auf absehbare Zeit die gedruckten verdrängen. Langfristig lasse sich der Trend zum elektronischen Buch aber kaum aufzuhalten, vermutet Keiderling. "Meine Prognose ist: Es wird langsamer gehen, als sich das viele vorstellen, denn Leser sind sehr zäh in ihren Gewohnheiten. Und es wird Bereiche geben, wo es schneller geht und Bereiche wo es nicht so schnell geht. Im Bereich der Zeitschrift kann ich mir vorstellen, dass das eine tolle Sache ist. Mich hat das immer gestört, bei Zeitungen, dass man so viel Papier hat, das ständig weggeschmissen wird. Das kann dort Sinn machen." Spätestens die Generation, die jetzt in die Schule geht wird aber wohl auch ganz natürlich Romane oder Sachbücher elektronisch lesen. Keiderling selbst setzt sich zum Lesen allerdings weiterhin ganz klassisch mit einem schönen Buch in eine gemütlichen Sessel. "Ich habe zum Beispiel einige Lexika zuhause. Bockhaus, Meyer und so weiter. Schon allein dieser Ledergeruch des Einbandes. Ich weiß nicht ob Sie an Büchern riechen, wenn Sie einen großen Bildband haben. Manchmal ertappt man sich dabei. Das gehört dazu, das ist eine Freude. Das ist dieses Erlebnis, das man beim gedruckten Buch hat." Vielleicht haben aber auch die Sony-Entwickler zwischendurch an alten Bucheinbänden geschnuppert. Jedenfalls haben sie ihrem Lesegerät noch eine kleine Ledermappe spendiert. Klemmt man das Gerät in die Mappe, fühlt es sich tatsächlich ein wenig so an, als lese man in einem richtigen Buch. |
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