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Weihnachten in der Netzwelt Drucken E-Mail
Sonntag, 20 Dezember 2009

Rülpsende Weihnachtsfliegen bei YouTube. Screenshot:SR
Rülpsende Weihnachtsfliegen bei YouTube. Screenshot:SR
Es ist kaum zu übersehen: In jedem Schaufenster weihnachtet es zurzeit ganz gewaltig. Und auch im Internet wimmelt es von Adventskalendern, schrägen Weihnachtsvideos und angeblich besonders günstigen Festtagsangeboten in Online-Shops. Dabei gibt es durchaus auch Besinnliches. Für MDR Info habe ich der Weihnachtsstimmung im World Wide Web nachgespürt, gesendet am 19. Dezember 2009.







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[MP3-File herunterladen]


(Ausschnitt: Jingle Bells...)

Falls sie die Melodie nicht erkannt haben: Das war der Klassiker Jingle-Bells, gesungen oder besser: gerülpst von 3 dicken, computeranimierten Fliegen im Weihnachtsmann-Kostüm. Das kurze Video wird seit inzwischen über 3 Jahren immer wieder als virtuelle Grußkarte verschickt. Solche schrägen Weihnachtsvideos haben im Internet eine lange Tradition, erklärt Peter Mühlbauer vom Online-Magazin Telepolis.

"Weil eins der ersten und wichtigsten Web-Videos, die richtig zum Phänomen geworden sind, ist ‚The Spirit of Christmas’, in dem Jesus und der Weihnachtsmann gegeneinander kämpfen."

"This time we finish it" … (Kampfgeräusche)

Das kurze Video ist inzwischen knapp siebzehn Jahre alt und wurde später Vorlage für die bekannte Zeichentrickserie South Park. Die meisten Weihnachtsvideos im Netz sind allerdings mit weit weniger Aufwand gedreht. Meist reicht schon ein Computer mit eingebauten Videokamera. Auch Prominente wie der Liedermacher Konstantin Wecker schicken auf diese Art ihre kleinen Weihnachtsbotschaften an die Fans in aller Welt.

Auch Konstantin Wecker schickt seine Weihnachtsgrüße via YouTube um die Welt. Screenshot: SR
Auch Konstantin Wecker schickt seine Weihnachtsgrüße via YouTube um die Welt. Screenshot: SR
"Es ist wieder soweit, es weihnachtet sehr, die Dekorateure arbeiten schwer. Und große Kinderaugen gaffen verzückt, auf die neusten Spielzeugwaffen. Ja, liebe Freunde, es ist wieder so weit: es weihnachtet sehr, und ich schicke euch Weihnachtsgrüße."

Weihnachtlich umdekoriert sind zurzeit auch die meisten kommerziellen Webseiten. Besonders beliebt sind virtuelle Adventskalender, doch die sind meist weniger Ausdruck einer besonderen Weihnachtsstimmung als vielmehr wirtschaftliches Kalkül, erklärt Internetexperte Mühlbauer.

"Adventskalender sind im Grunde Klickstrecken mit Bildern, Zitaten oder Kurzfilmen. Und die verbessern die IVW-Zahlen, dort wird gemessen, wie viel auf die Inhalte einer Webseite geklickt werden."

Denn je höher die Klickzahlen, desto höher ist auch der Preis für ein Werbebanner auf einer Webseite. Doch natürlich gibt auch noch ganz echte und feierliche Weihnachtsstimmung im Netz. Die Geschichte von der Geburt Jesu darf da natürlich nicht fehlen.

"Es begab sich aber, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzet würde. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe. Ein jeglicher in seine Stadt."

Wem solche Angebote eher liegen, der wird auf vielen christlichen Seiten fündig. Auf evangelisch.de gibt es viele interessante Geschichten rund ums Weihnachtsfest, erklärt Projektleiter Robert Gegner.

"Wir haben aber auch ganz witzige Sachen im Angebot: Wir haben zum Beispiel ein Weihnachtskaraoke. Sie suchen sich ihr Weihnachtslied aus – und dann können sie wählen, ob sie einfach eine Instrumentalfassung haben wollen, zu der sie singen – oder Text und Noten – zum selber spielen.“

Wem so viel Weihnachten zu viel ist – auch dem kann im Internet geholfen werden: Bei den Portalen Facebook und StudiVZ gibt es inzwischen Gruppen der Anonymen Weihnachtshasser.

 
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